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Das Jahr 2025 begann mit einem milden Januar. In der Zeit, in der es statistisch gesehen eigentlich am kältesten ist,
kletterte das Thermometer am 25. Januar auf erstaunliche 16,9 °C.
Dies ist nach den verrückten 17,0 °C am 1.1.2023 der zweithöchste Wert der bisher im Januar an der EAH gemessen wurde.
Doch zum Glück gab es im Februar auch eine kalte Phase, mit einem zweistelligen Minimum von -10,3 °C am 19. des Monats.
So war der Februar lediglich 0,1 Grad wärmer war als im Referenzzeitraum 1961-90.
Der April blieb anfangs recht trocken, aber es wurde wärmer. Zum Ostersonntag waren alle gut beraten, die nicht auch noch den Abend im Freien verbringen wollten.
Der schöne, sonnige Tag endete mit einem kräftigen Gewitter. Wenige Tage später, am 24. April folgten 16 Stunden feiner Dauerregen. Die Vegetation explodierte förmlich
und Ende des Monats blühten Flieder und Kastanie. Da nach dem 8. April kein Frost mehr auftrat, war 2025 die Obstblüte nicht gefährdet - im beruhigenden Kontrast zum Vorjahr.
Der Juni war, wie schon der Januar, mehr als 3 Grad zu warm. Heiße Tage mit 30 °C und mehr gab es in der zweiten Monatshälfte regelmäßig.
Das Jahresmaximum von 36,7 °C wurde am 2. Juli erreicht. Mitte August folgten vier heiße Tage aufeinander. Dabei blieb es dann aber.
Eine echte Hitzewelle gab es nicht. Die Herbstmonate wiesen fast "normale" Temperaturen auf, die heute häufig als kühl wahrgenommen werden.
Der Dezember zeigte sich anfangs noch relativ warm, ab dem 24. wurde es winterlich frostig, allerdings ohne Weiß.
Mit einem Jahresmittel von 10,9 °C teilt sich 2025 mit 2007 den 10. Platz auf der Liste der warmen Jahre seit Beginn der Messungen an der EAH.
In den Medien war über das ganze Jahr hinweg, immer wieder von Trockenheit zu lesen.
Waldbrände wüteten nicht nur in weit entfernten Teilen Europas, auch die Saalfelder Höhe stand Anfang Juli mehrere Tage in Flammen.
Wer im Garten mal den Spaten benutzte, konnte sich selbst vom anhaltenden Wassermangel überzeugen. Vor allem im Frühjahr gab es zu wenig Niederschläge.
Oberflächliche Entspannung brachte ein Gewitter mit Starkregen am 3. Mai. Allerdings folgten weitere 12 Tage ohne Niederschlag.
Auch im August verteilten sich die scheinbar reichlichen Regenmengen im Wesentlichen auf drei Tage. So täuscht die Jahressumme von 544 mm mit einem moderaten
Defizit von nur 8 % darüber hinweg, dass Bodenfeuchte und Grundwasser deutlich mehr Niederschlag bräuchten.
Umso erstaunlicher, egal ob Johannisbeere, Kirsche, Pflaume oder Apfel, Quitte, Walnuss, die Ernte fiel überaus reichlich aus.
Auch wenn manche Frucht etwas klein blieb oder schon vor der Reife vom Baum fiel, in vielen Haushalten wurden die Einweckgläser knapp.
Beim Wein führte spezielles Wetter sogar noch zu einem zusätzlichen Höhepunkt. Durch kräftigen Frost bis -8 °C, teilweise auch mehr,
konnte bereits am 22. und 23. November Eiswein gelesen werden, so früh und reichlich wie selten.
Und noch eine Besonderheit aus dem Jahr 2025: Da das Wetter am 7. September gnädig war, konnte am späten Abend bei aufgehendem Mond eine totale Mondfinsternis beobachtet werden.
Tagesmittelwerte (TM) der Lufttemperatur, EAH Jena 2000 bis 2025
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